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Familiengärten


Erhöhte Schadstoffgehalte


Im Kanton Luzern werden etwa 50 Familiengartenareale bewirtschaftet. Mit Düngern, Pflanzenschutzmitteln, Kompost und Asche gelangten auch Schadstoffe in den Boden. Strassen- und Bahnverkehr, Aufschüttungen von Bauschutt und ehemalige Abfalldeponien im Untergrund sind weitere mögliche Schadstoffquellen. Untersuchungen in anderen Kantonen haben gezeigt, dass Familiengartenböden verglichen mit Siedlungsböden oft deutlich erhöhte Schadstoffgehalte aufweisen.


Eine hohe Belastung stellt ein Risiko für den Menschen dar. Kleinkinder, die beim Spielen Erde über den Mund aufnehmen, aber auch Konsumentinnen von Gemüse aus den betroffenen Gärten können gefährdet sein.


Die Kantone sind per Gesetz dazu verpflichtet, bei Hinweisen auf Bodenbelastung die tatsächliche Belastungssituation abzuklären.


Priorisierung der Areale


Im Sinne einer systematischen Situationsanalyse hat die Dienstelle Umwelt und Energie (uwe) beurteilt, welche Areale im Kanton Luzern prioritär zu untersuchen sind. Dazu wurde eine Methode verwendet, welche die Wahrscheinlichkeit für erhöhte Gehalte der Schadstoffe Blei und Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) grob abschätzt. Sie berücksichtigt die Merkmale Alter, Vornutzung, Vorhandensein von Fremdmaterial (Bauschutt, Metallteile) und Umgebung der Gartenareale. Ältere Areale weisen zum Beispiel ganz generell höhere Belastungen auf als jüngere Areale, was auf die langzeitige Verwendung von Hilfsstoffen zurückzuführen ist. Die Vornutzung ist beispielsweise bei ehemaligen Rebbergen relevant, wo grosse Mengen kupferhaltiger Fungizide versprüht wurden. Fremdmaterial ist ein Hinweis auf ehemalige Ablagerung von Abfällen, die in gewissen Fällen eine Bodenbelastung verursachen.


Schliesslich wurden die Familiengartenareale im Kanton einer Untersuchungspriorität von 1 (= höchste) bis 3 (= tiefste) zugeteilt. Die Areale der Untersuchungspriorität 1 sollen nun zuerst untersucht werden.


Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass die Untersuchungspriorität keine Aussage über die tatsächlich vorhandene Bodenbelastung darstellt!


Massnahmen zur Gefahrenabwehr


Ist Gartenboden nachgewiesenermassen über den Prüfwerten nach der Verordnung über Belastungen des Bodens (VBBo) mit Schadstoffen belastet, sind für den Schutz der Gesundheit der Gartennutzer Nutzungsvorgaben nötig. Diese betreffen den Anbau von Nahrungspflanzen sowie den Aufenthalt von Kindern bis 6 Jahre im Garten und sind im Merkblatt Nutzungs-vorgaben detailliert beschrieben.


Wird gar ein über den Prüfwerten liegender Sanierungswert nach VBBo bzw. Altlastenverordnung (AltlV) überschritten, darf der Familiengarten nicht mehr als solcher genutzt werden, bzw. muss der Boden saniert werden.


Bisherige Erhebungen der Belastungssituation


Von insgesamt elf Arealen der Untersuchungspriorität 1 wurden bis heute neun Areale mittels chemischer Analysen auf ihre Belastungssituation untersucht.


Fünf dieser neun Areale befinden sich direkt über oder unmittelbar neben einem Standort, der durch alte Ablagerungen von Abfällen belastet ist. Bei diesen Arealen hat sich der Belastungsverdacht vollumfänglich bestätigt: Auf einem Grossteil der Einzelgärten war der Prüfwert eines Schwermetalls oder von PAK überschritten, auf einem beträchtlichen Teil der Sanierungswert.


Auf den restlichen vier Arealen der Untersuchungspriorität 1 hat sich die Belastung erfreulicherweise als deutlich geringer als erwartet herausgestellt: nur vereinzelte Überschreitungen der Prüfwerte auf zwei Arealen, während die anderen beiden Areale keine Prüfwertüberschreitungen aufwiesen. Die deutlich tieferen Richtwerte, ab welchen eine langfristige Gefährdung der Bodenfruchtbarkeit - nicht aber der menschlichen Gesundheit - zu erwarten ist, wurden aber auch hier überschritten. Dies zeigt deutlich, dass eine bodenschonende Bewirtschaftung der Gartenböden unablässig ist.


Weiteres Vorgehen


Im laufenden Jahr werden die weiteren Gartenareale der Untersuchungspriorität 1 untersucht. Aufgrund einer Gesamtschau über die Resultate wird dann entschieden, ob auch Untersuchungen auf Arealen mit tieferer Priorität nötig sind.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)


Weitere Informationen

Familiengärten

"Bodenbelastung in Familiengärten"
Die Broschüre informiert darüber, woher diese Belastungen kommen, welche Probleme bei der Nutzung schadstoff-belasteter Böden als Gärten auftreten und welche Lösungen möglich sind (ETH Zürich 2004).


"Gartenböden schützen und pflegen"
Faltblatt mit Empfehlungen zur Gartenbewirtschaftung (FaBo Zürich 2002).


Häufig gestellte Fragen


Familiengartenareale der Stadt Luzern


Familiengartenareale im Kanton (Karte, pdf)


Fachbereich Bodenschutz